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Welche Lungenkrankheiten eine Lungentransplantation erforderlich machen

Eine Lungentransplantation ist notwendig, wenn die eigene Lunge aufgrund bestimmter Erkrankungen unwiederbringlich zu versagen droht. Die Transplantation wird bei verschiedenen chronischen Lungenkrankheiten im Endstadium durchgeführt.

Das Bild zeigt eine Hand, über der eine Lunge schwebt
iStock-926015820_Natali_Mis

Zu den häufigsten Ursachen für ein Versagen der Lungen gehören: 

  • chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) 

  • Lungenfibrose

  • Mukoviszidose 

  • Pulmonale Hypertonie

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind die Bronchien dauerhaft verengt. Dadurch kommt es zu Husten, Auswurf und Atemnot. Patienten mit dieser Lungenkrankheit fällt es schwer, die Luft gegen den Widerstand der verengten Bronchien auszuatmen. In der Folge werden die Lungen, beziehungsweise die Lungenbläschen (Alveolen), überbläht, und aus den vielen kleinen Alveolen entstehen einzelne, zum Teil sehr große Lungenblasen (Emphysembullae). Dadurch nimmt in der Lunge die Gesamtoberfläche ab, über die sich Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut aufnehmen lässt. Der Körper wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt1,2

Eine COPD entwickelt sich langsam, meist ist ihr Ursprung eine chronische Bronchitis. Jeder zweite Raucher über 40 Jahre hat eine chronische Bronchitis3. Zwar erkranken fast nur Raucher an einer COPD, gleichzeitig ist nur jeder fünfte Raucher von der Lungenkrankheit betroffen. Daher gehen Mediziner davon aus, dass es eine genetische Veranlagung gibt2.

Bei der Lungenfibrose kommt es zu einer narbigen Umwandlung des Lungengewebes. In der Folge verdicken unter anderem die Wände der Lungenbläschen (Alveolen), was den Gasaustausch beeinträchtigt. Die Lungenkrankheit kann viele verschiedene Ursachen haben, darunter Infektionen mit Viren oder Bakterien sowie das Einatmen schädigender Stäube.

Die Mukoviszidose (zystische Fibrose) ist keine reine Lungenkrankheit, sondern eine erbliche Stoffwechselerkrankung. Sie betrifft bestimmte Drüsen im Körper. Bei Mukoviszidose ist beispielsweise der Speichel so wie das Sekret der Bauchspeicheldrüse und Bronchien deutlich zähflüssiger als bei Gesunden. Die Lungen sind hierdurch anfälliger für Lungenentzündungen. Der zähe Schleim in den Bronchien erhöht außerdem bei dieser Erkrankung den Widerstand in der Lunge. Da die Betroffenen anhaltend gegen diesen Widerstand atmen müssen, kommt es zur Überblähung der Lungen (Lungenemphysem)4.

Unter einer pulmonalen Hypertonie (Lungenarterienhochdruck) versteht man einen chronisch erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf. Eine pulmonale Hypertonie unterscheidet man in primäre, angeborene Formen, deren Entstehung zumeist genetisch bedingt ist, sowie sekundäre, erworbene Formen. Diese entstehen aufgrund sich ausprägender Erkrankungen der Lunge oder des Herzens und auch aufgrund chronischer Thromboembolien7.

Bei bestimmten angeborenen Herzfehlern und schweren Lungenkrankheiten, die mit einer starken Schädigung von Herz und Lunge einhergehen, kann eine kombinierte Herz-Lungen-Transplantation notwendig sein6.

Quellen 

  1. https://www.organspende-info.de/organspende/transplantierbare-organe/lungentransplantation.html (zuletzt besucht am 20.11.2020) 
  2. www.copd-deutschland.de (zuletzt besucht am 09.03.2021)
  3. https://www.netdoktor.de/krankheiten/chronische-bronchitis/ (zuletzt besucht am 20.11.2020)
  4. https://www.netdoktor.de/krankheiten/mukoviszidose/ (zuletzt besucht am 20.11.2020)
  5. https://flexikon.doccheck.com/de/Lungenödem?utm_source=www.doccheck.flexikon&utm_medium=web&utm_campaign=DC%2BSearch (zuletzt besucht am 20.11.2020) 
  6. https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/immunstörungen/transplantation/herz-lungen-transplantation (zuletzt besucht am 20.11.2020)
  7. Hoeper MM, Ghofrani HA, Grünig E, et al. Pulmonary Hypertension.  Dtsch Arztebl Int. 2017;114: 73-84

Sonstige Quellen 

Herold G: Innere Medizin, 2013