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Für eine Lebertransplantation gibt es drei Operationsverfahren1,2,3:

  • Postmortale Transplantation eines Vollorgans: Das vollständige Organ eines verstorbenen Spenders wird transplantiert.
  • Split-Lebertransplantation: Durch Teilung der Spenderleber bei der postmortalen Entnahme können zwei Patienten ein neues Organ erhalten. In den meisten Fällen wird ein Teil des linken Leberlappens für die Transplantation bei einem Kind genutzt, während der größere Teil einem erwachsenen Empfänger eingepflanzt wird. Seltener ist die Variante des „True Split“, bei dem die Chirurgen linken und rechten Leberlappen anatomisch korrekt trennen und diese zwei Jugendlichen oder kleingewachsenen Erwachsenen transplantieren.
Zwei Ärzte untersuchen ein Röntgenbild
iStock-1147581562_Harbucks
  • Lebendspende: Dem Empfänger wird ein Leberteil transplantiert, der einem lebenden Spender entnommen wurde. Dieses Verfahren hat zwei große Vorteile: Der OP-Termin ist planbar, und zwischen Entnahme und Einpflanzung des Spenderorgans vergeht nur wenig Zeit. Das bedeutet, dass die Belastung durch die sogenannte kalte Ischämiezeit, in der das Organ unter Kühlung und ohne Durchblutung gelagert und transportiert wird, deutlich geringer ist.

Entnehmen und Einpflanzen der Spenderleber

Bei allen drei Verfahren der Lebertransplantation ist der Ablauf ähnlich1,2,3: Zunächst wird die entnommene Spenderleber in der sogenannten Back-Table-Operation vorbereitet. Dabei entfernt ein Teil des Ärzteteams die Gallenblase, falls noch vorhanden, sowie anhängendes Gewebe und präpariert die Stellen, die mit den Gefäßen des Empfängers verbunden werden sollen. Auf dem OP-Tisch legen die anderen Chirurgen unterdessen durch einen L- oder sternförmigen Oberbauchschnitt die leberversorgenden Gefäße des Empfängers frei. Die erkrankte Leber wird entfernt, indem die blutversorgenden Gefäße (Leberarterie und Pfortader) sowie die Lebervene und der Gallengang durchtrennt werden (Hepatektomie).

Bei der Einpflanzung des gespendeten Organs wird dieses mit den blutversorgenden Gefäßen und dem Gallengang des Empfängers verbunden. Da diese Hauptgefäße in der Leber nur jeweils einmal vorhanden sind, müssen im Verlauf einer Split-Transplantation bei einer der Teillebern Arterien und Venen mit Nebengefäßen verbunden werden.

Grafik einer Teilspende der Leber mit Beschriftung der Bestandteile
Novartis

Eine Besonderheit stellt die Dominospendedar. Sie kann angewendet werden, wenn der Empfänger unter einer speziellen Stoffwechseldysfunktion der Leber (Amyloidose) leidet. Diese schädigt im Krankheitsverlauf innere Organe wie das Herz, den Magen-Darm-Trakt sowie das periphere Nervensystem. Der Patient benötigt eine neue Leber, weil die Dysfunktion andere Organe angegriffen hat. Durch die Lebertransplantation ist der Defekt beseitigt. Seine entnommene Leber ist aber trotz des Defekts noch funktionstüchtig und kann einem anderen Menschen transplantiert werden, da die zu erwartende Organschädigung durch den Defekt erst nach 20 bis 30 Jahren auftritt. Daher ist diese Art der Transplantation besonders für ältere Patienten eine Option, wenn kein anderes Spenderorgan zur Verfügung steht4.

Verschiedene OP-Verfahren bei Lebertransplantation

Was passiert im Anschluss an die Lebertransplantation?

Die Dauer einer Lebertransplantation liegt i.d.R. zwischen fünf und acht Stunden. Danach bleibt der Patient zur Überwachung für zwei bis sieben Tage auf der Intensivstation und danach noch einmal gut zwei Wochen auf einer regulären Station. Diese Zeit dient dazu, die medikamentöse Therapie, etwa mit Immunsuppressiva, optimal einzustellen, den Patienten bei der körperlichen Rehabilitation anzuleiten und ihn zu unterstützen. Falls keine Komplikationen auftreten, kann er in eine Rehaklinik verlegt werden, wo er noch einmal einige Wochen verbringt, bevor er nach Hause entlassen wird.

Quellen

1. Lebertransplantation, Pschyrembel Online (https://www.pschyrembel.de/Lebertransplantation/K0CNJ/doc/, zuletzt besucht am 13.11.2020)
2. Lebertransplantation – Verfahren und Technik, Internetseite des Transplantationszentrums Mainz, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (https://www.unimedizin-mainz.de/transplantationszentrum/startseite/leber/lebertransplantation-verfahren-und-technik.html, zuletzt besucht am 13.11.2020)
3. Lebertransplantation – Die Transplantation, Internetseite des Transplantationszentrums München (http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Transplantationszentrum/de/patienten/lebertransplantation/absto__ungsreaktionen/index.html, zuletzt besucht am 13.11.2020)
4. Glossareintrag Dominospende, Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (http://www.gbe-bund.de/gbe10/ergebnisse.prc_tab?fid=11618&suchstring=dominospende&query_id=&sprache=D&fund_typ=DEF&methode=2&vt=1&verwandte=1&page_ret=0&seite=&p_lfd_nr=1&p_news=&p_sprachkz=D&p_uid=gast&p_aid=16573804&hlp_nr=3&p_janein=J, zuletzt besucht am 13.11.2020)