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Auch wenn die Transplantation nun schon einige Zeit zurückliegt und die gesundheitliche Situation stabil ist, darf die regelmäßige Einnahme der Medikamente nicht vernachlässigt werden. Sobald Transplantierte die immunsuppressiven Medikamente absetzen oder unregelmäßig einnehmen, beginnt das körpereigene Abwehrsystem, das „fremde" Organ anzugreifen und schrittweise zu zerstören.

Deshalb ist es sehr wichtig, sich an die vorgegebenen Einnahmezeiten und Dosierungen zu halten. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einer guten „Compliance“ oder „Adhärenz“. Die regelmäßige Einnahme der Immunsuppressiva bewirkt, dass die Medikamentenkonzentration im Blut innerhalb eines günstigen Niveaus bleibt und extreme Werte vermieden werden.

Um eine gute Compliance zu erreichen, gibt es verschiedene Hilfsmittel. Um den Überblick über die Einnahme der Medikamente zu behalten, kann eine Medikamenten-Schachtel sehr hilfreich sein. In diese kann man die Tages- oder Wochendosen im Voraus für die einzelnen Einnahmezeitpunkte einsortieren („Stellen“ der Medikamente). Dabei sollten die Tabletten oder Kapseln jedoch noch nicht aus dem Blister gelöst werden. Besser ist es, mit einer Schere die benötigte Anzahl an Tabletten oder Kapseln aus dem jeweiligen Streifen herauszuschneiden und in geschlossenem Zustand in die Medikamentenschachtel zu legen.

Um im Alltag keine Dosis zu vergessen und immer Medikamente parat zu haben, sind zudem folgende Tipps hilfreich:

  • Wecker bzw. Handy-Wecker stellen
  • Einnahmeplan aufhängen
  • Angehörige, Freunde und Kollegen in Einnahmezeiten einweihen
  • Reservepackungen zu Hause und z. B. im Büro aufbewahren
  • Reservedosen der Medikamente in häufig benutzten Jacken und Taschen deponieren

Werden von anderen Ärzten weitere Medikamente verschrieben, ist es wichtig, vor der Einnahme Rücksprache mit dem Transplantationszentrum zu halten. So können unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen ausgeschlossen werden.

Nachsorge: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Auch wenn die Transplantation nun schon längere Zeit zurückliegt: Kontrolluntersuchungen durch den behandelnden niedergelassenen Arzt und/oder das Transplantationszentrum gehören für Organempfänger ebenso zu einem verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Körper wie die regelmäßige Medikamenteneinnahme.

Man wird nun entweder von einem niedergelassenen Facharzt oder einem Arzt des Transplantationszentrums betreut, bei dem man sich ungefähr alle 2 bis 3 Monate vorstellt. Zusätzlich stehen 1- bis 2-mal pro Jahr Nachsorgetermine im Transplantationszentrum an. Diese Intervalle sind jedoch abhängig vom transplantierten Organ und z. B. nach Herz- oder Lungentransplantationen deutlich engmaschiger. Die Häufigkeit der Untersuchungen hängt natürlich immer vom aktuellen Gesundheitszustand ab.

Im Rahmen der regelmäßigen Nachsorgetermine werden Transplantierte gründlich untersucht, um eventuell vorliegende gesundheitliche Probleme frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Neben dem allgemeinen Befinden steht die Funktion des transplantierten Organs im Mittelpunkt des ärztlichen Interesses. Dazu werden – je nach Organ – unterschiedliche Tests und Untersuchungen durchgeführt.

Unter anderem kommen dabei folgende Untersuchungen häufig zum Einsatz:

  • Ultraschalluntersuchung
  • Blutuntersuchungen
  • Gewebeentnahme vom Transplantat (Biopsie)

Falls gesundheitliche Beschwerden auftreten, sollte man unverzüglich Kontakt mit dem Arzt oder dem Transplantationszentrum aufnehmen.

Hautschutz nach Transplantation

Ein gesundes Abwehrsystem hat nicht nur die Aufgabe, den Körper vor Infektionen zu schützen. Es kann - in begrenztem Umfang - Krebszellen im Anfangsstadium erkennen und beseitigen. Immunsuppressiva schwächen gezielt das Immunsystem, um Abstoßungsreaktionen des Körpers gegen das Transplantat zu verhindern. Dadurch erhöht sich auch das Risiko für Krebserkrankungen. Hautkrebs ist in diesem Zusammenhang die häufigste Krebsart.

Aus diesem Grund ist ein sicherer UV-Schutz der Haut für Organtransplantierte sehr wichtig. Durch verschiedene Vorsichtsmaßnahmen kann man das individuelle Hautkrebsrisiko verringern:

Von ausgiebigen Sonnenbädern und langen Aufenthalten in der prallen Sonne ist generell abzuraten. Angepasste Kleidung und das Tragen einer Kopfbedeckung bieten in dieser Hinsicht einen guten Schutz. Unverzichtbar ist zudem Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30, je höher desto besser). Wichtig ist, sich bei dem jeweiligen Produkt an die Anwendungshinweise zu halten. Nur durch rechtzeitiges Eincremen und regelmäßiges Nachcremen schützen Sonnencremes und -lotionen effektiv.

Auch künstliche UV-Strahlung kann zu Hautschäden führen und erhöht das Hautkrebsrisiko. Besuche in Solarien sind deshalb ebenfalls nicht empfehlenswert.

Um Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen, sollte man sich mindestens 1-mal jährlich bei einem Hautarzt vorzustellen.

Weitere Hinweise zum Sonnenschutz finden Sie im Spezialthema "Sommer".
Hinweise zur Hautkrebsvorsorge finden Sie im Spezialthema "Tumoren nach Organtransplantation“.

Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Ein gesundes Herz-Kreislauf-System ist für den langfristigen Erfolg einer Organtransplantation sehr wichtig. Zu hohe Blutdruck- und Blutfettwerte sowie Gefäßablagerungen begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und können zu einer vorzeitigen Schädigung des Transplantats führen. Für Transplantierte ist es deshalb besonders wichtig, die entsprechenden Risikofaktoren zu vermindern. Eine gesunde Lebensführung hilft dabei.

Zu einer gesunden Lebensweise gehört eine ausgewogene Ernährung. Der regelmäßige Verzehr von frischem Obst und Gemüse und die Verwendung hochwertiger Öle verbessern u. a. die Blutfettwerte und verringern die Gefahr schädlicher Gefäßablagerungen.

>>Bewegung und Sport fördern u. a. die Durchblutung der Organe, die Fließeigenschaften des Blutes und senken ebenfalls Blutdruck- und Blutfettwerte.

Grundsätzlich ist es ratsam, auf das Rauchen zu verzichten. Neben vielen anderen unerwünschten Wirkungen erhöht Rauchen den Blutdruck, führt zu vermehrten Gefäßablagerungen und macht das Blut zähflüssiger - alles Effekte, die gerade für Transplantierte äußerst ungünstig sind. Zudem haben rauchende Transplantierte durch die Immunsuppression ein noch höheres Bronchitis- und Lungenkrebs-Risiko als andere Raucher.

Stand:
05.12.2017

Autorin:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014, 05.12.2017

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Medizinischer Beirat von „Transplantation verstehen"
[2] Informationsbroschüre der Nephrologischen Klinik Erlangen für transplantierte Patienten und deren Angehörige (2009)
[3] Krukemeyer MG, Lison AE: Transplantationsmedizin. De Gruyter Verlag, Berlin 2006
[4] Schrem H, Barg-Hock H, Strassburg CP et al.: Nachsorge bei Organtransplantierten. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(9): 148-55.
[5] Informationsbroschüre „Nach der Transplantation: Fit durch Bewegung!” Novartis Pharma GmbH