Herr mit Kopfbedeckung im Schatten - Sonnenschutz nach Transplantation

Hautkrebs-Vorsorge

Der ultraviolette Anteil des Sonnenlichts (UV-Strahlung) kann die Entstehung von Hautkrebs auslösen. Transplantierte haben infolge des notwendigerweise geschwächten Abwehrsystems ein erhöhtes Risiko, an bösartigen Tumoren zu erkranken. Dies gilt besonders für Hautkrebs: Das Risiko, Hautkrebs zu entwickeln, ist bei Transplantierten im Vergleich zu Nichttransplan­tierten bis zu 250-mal höher [1–3]. Daher sollten Transplantierte und auch Patienten auf der Warteliste die Haut vor starker Sonneneinstrahlung schützen.
 
Mit verschiedenen Maßnahmen kann man sich gegen die UV-Strahlung schützen und so der Entstehung von Hautkrebs vorbeugen:

  • Verzicht auf intensive Sonnenbäder sowie auf Solarienbesuche
  • Möglichst wenig Aufenthalt im Freien zu Zeiten sehr hoher UV-Belastung (11 bis 15 Uhr)
  • Tragen angemessener Kleidung (möglichst viel Hautfläche bedecken: „Hemd, Hut und Hose”)
  • Verwenden von Sonnenschutzcremes mit hohem bis sehr hohem Lichtschutzfaktor (LSF ≥ 30 bis ≥ 50)

Bei einem Aufenthalt im Freien sollte man immer angemessene Kleidung tragen und eine Sonnen­schutzcreme verwenden. Dies gilt z. B. auch bei sportlichen Aktivitäten oder Gartenarbeit. Auch durch dichtere Wolkenschichten dringen noch bis zu 80 % der ultravioletten Strahlung und können die Haut nachhaltig schädigen.

Für die Kleidung gilt: Der UV-Schutz eines Stoffes ist umso höher, je dichter er gewebt und je dunkler seine Farbe ist. Es gibt mittlerweile sogar spezielle UV-Schutzkleidung aus dicht gewebten Baumwoll- und Kunstfasern.

Freie Körperteile (Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Dekolleté und Arme) sollten mit einer Sonnenschutzcreme mit hohem bis sehr hohem Lichtschutzfaktor (LSF ≥ 30 bis ≥ 50) geschützt werden. Transplantierte, die sich täglich mit einem hochwirksamen Sonnenschutzmittel einreiben, erkranken seltener an „weißem Hautkrebs” als Transplantierte, die sich weniger intensiv vor der UV-Strahlung schützen [4].

Ein wichtiger Bestandteil der Hautkrebs-Vorsorge sind auch regelmäßige Untersuchungen durch einen Hautarzt. Damit bösartige Hautveränderungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden können, wird Transplantierten empfohlen, mindestens 1-mal jährlich zum Hautarzt zu gehen.

Warum ist das Hautkrebsrisiko erhöht?

Stand:
20.05.2014

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Schrem H, Barg-Hock H, Strassburg CP et al.: Nachsorge bei Organtransplantierten. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(9): 148–55.
[2] Wimmer CD, Rentsch M, Crispin A et al.: The janus face of immunosuppression – de novo malignancy after renal transplantation: the experience of the Transplantation Center Munich. Kidney Int 2007; 71(12): 1271–8.
[3] Ramsay HM, Fryer AA, Hawley CM et al.: Non-melanoma skin cancer risk in the Queensland renal transplant population. Br J Dermatol 2002; 147(5): 950–6.
[4] Stockfleth E, Ulrich M: Vorsorge und Behandlung von Hauttumoren nach Organtransplantation. Diatra Journal 2/2008: 15–18.

 

 

 

 

Weitere Artikel zum Thema Sonnenschutz:

nach oben