Zu den Untersuchungen vor einer Lebendspende kann auch eine Computertomografie gehören.
Vor der Lebendspende wird der Spender sehr genau untersucht, unter anderem mittels Computertomo­grafie.

Medizinische Untersuchungen bei Spender und Empfänger

Die medizinischen Voruntersuchungen werden auf mehrere Termine aufgeteilt:

  • Bei einem ersten ambulanten Termin wird überprüft, ob die Spende grundsätzlich möglich ist.
  • Danach werden beim Spender weitere Untersuchungen im Krankenhaus „stationär” gemacht. Sie dienen vor allem dazu, das Risiko für den Spender genauer einzuschätzen.

Anhand der Ergebnisse der Untersuchungen müssen die Ärzte entscheiden, ob die Lebendspende medizinisch sinnvoll und ethisch vertretbar ist. Sie müssen die Erfolgsaussichten für den Empfänger und die Risiken für den Spender gut abwägen. Schließlich wäre niemandem geholfen, wenn nach der Transplantation das gespendete Organ nicht ausreichend funktionieren würde oder der Spender schwerwiegende gesundheitliche Schäden davon trüge.

Daher werden relativ viele spendewillige Angehörige abgelehnt. Für eine Leber-Lebendspende an ein Kind ist beispielsweise nur jeder dritte, für eine Spende an einen Erwachsenen nur jeder fünfte potenzielle Spender geeignet [1,2].

Erster ambulanter Termin

Mit den ersten Blutproben wird unter anderem untersucht, welche Blutgruppen Spender und Empfänger haben. Passen die Blutgruppen von Spender und Empfänger nicht zusammen, kann eventuell eine AB0-inkompatible Spende durchgeführt werden. Weitere Tests dienen dem Ausschluss von Blutgerinnungsstörungen, Infektionen und anderen entzündlichen Vorgängen im Körper.

Bei der Leber-Lebendspende ist es sehr wichtig, dass auch das Gewicht von Spender und Empfänger „kompatibel” ist. Das Körpergewicht lässt Rückschlüsse auf die Größe bzw. das Volumen der Leber zu. Noch genauer ist die Ausmessung der Leber durch eine Computertomografie („CT-Volumetrie”). Eine Lebertransplantation ist nur sinnvoll, wenn das transplantierte Leberstück von seiner Größe her ausreicht, um die Stoffwechselfunktionen für den Körper des Empfängers zu übernehmen. Ist das Transplantat zu klein, leidet der Empfänger nach der Transplantation weiterhin an einer behandlungsbedürftigen Leberschwäche („Small-for-size-Syndrom”).

Im Vorfeld der Nieren-Lebendspende wird eine Kreuzprobe durchgeführt. Bei „positiver” Kreuzprobe sind im Blut des Empfängers Antikörper gegen das Gewebe des Spenders vorhanden – und eine Nieren-Lebendspende kann nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden.
Ausführliche Informationen zur Kreuzprobe

Weitere Untersuchungen im Krankenhaus

Welche weiteren Untersuchungen beim Spender vorgenommen werden, entscheidet das jeweilige Transplantationszentrum. Die Untersuchungen geben Information über

  • den allgemeinen körperlichen Zustand des Spenders und sein Operationsrisiko (z. B. Belastungs-EKG, Lungenfunktion, Röntgenaufnahme der Lunge, Gefäßultraschall bei älteren Spendern) sowie
  • den Zustand des zu transplantierenden Organs
    (z. B. Ultraschall, Magnetresonanztomografie, Computertomografie, ggf. Biopsie)

Beispielsweise wird vor einer Nieren-Lebendspende unter anderem eine Szintigrafie der Nieren durchgeführt, um die Nierenfunktion bzw. Leistungsfähigkeit der beiden Nieren abschätzen zu können – die bessere Niere bleibt beim Spender.

Stand:
05.10.2010

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Erstellt am:
05.10.2010

Quellen:
[1] Walter J, Burdelski M, Bröring DC: Chancen und Risiken der Leber-Lebendspende-Transplantation. Dtsch Ärztebl 2008; 105(6): 101–7.
[2] Broelsch CE, Malago M, Frilling A et al.: Leberlebendspende. Chirurg 2008; 79(2): 135–43.