Bewegung, wie z. B. Nordic Walking, hilft nach allogener Blutstammzelltransplantation, das Risiko für verschiedene Komplikationen zu vermindern.
Bewegung und Sport helfen, das Risiko für Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermindern.

Mögliche langfristige Komplikationen nach der allogenen Blutstammzelltransplantation (PBSZT)

Zu den häufigeren möglichen langfristigen Komplikationen nach einer allogenen Blutstammzelltransplantation gehören:

  • Chronische GvHD
  • Osteoporose und aseptische Knochennekrose bei Dauerbehandlung mit Kortison
  • Rezidiv (Rückfall, Wiederkehren) der ursprünglichen Erkrankung
  • Chronische Infektneigung
  • Zweittumoren
  • Grauer Star (Trübung der Augenlinse, Katarakt) nach Strahlentherapie
  • Unterfunktion der Schilddrüse nach Strahlentherapie

Die chronische Form der GvHD tritt bei bis zu 50 % der Transplantierten auf, allerdings handelt es sich häufiger um leichte Formen. Sie muss oft 2 Jahre oder länger mit Kortikosteroiden (Kortison) behandelt werden. Diese Medikamente können wiederum zu Nebenwirkungen führen. Beispielsweise kann die Knochendichte abnehmen (Osteoporose), so dass man anfälliger für Knochenbrüche wird. Bei 5 bis 10 % der mit Kortison behandelten Patienten kommt es zu einer aseptischen Knochennekrose, d. h. Knochengewebe stirbt ab. Die Nekrose betrifft meist das Hüft- oder Kniegelenk. Das tote Gewebe wird in einer Operation entfernt und in der Regel durch ein künstliches Gelenk ersetzt.

Das Risiko für ein Rezidiv (Rückfall) der ursprünglichen Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich. Es hängt von der Art der Erkrankung ab und davon, wie weit die Erkrankung vor der Transplantation fortgeschritten war (Stadium). So kommt es z. B. bei der aplastischen Anämie fast nie zu einem Rezidiv. Diejenigen Leukämien und Lymphome, gegen die frühere Behandlungen wirkungslos waren, kehren jedoch bei bis zu über 50 % der Transplantierten nach der Transplantation zurück. Oft werden dann Spenderlymphozyten verabreicht, welche die Krebszellen angreifen (Graft-versus-Leukemia-Effekt). In manchen Fällen ist eine zweite Blutstammzelltransplantation sinnvoll.

Das Risiko, an Infektionen zu erkranken, kann über längere Zeit erhöht bleiben.

Wegen der intensiven Behandlung mit Strahlen- und/oder Chemotherapie ist das Risiko erhöht, eine zweite Krebserkrankung zu entwickeln. Nach 10 bis 20 Jahren erkranken etwa 2 bis 3 % der Transplantierten an einem Tumor, der meist an der Haut oder den Schleimhäuten auftritt. Rechtzeitig erkannt, lassen sich diese Tumoren oft heilen. Daher sind die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen lebenslang wichtig. Seltener treten Tumore im Gehirn, der Schilddrüse oder im Knochen auf.

Einen grauen Star (Trübung der Augenlinse) entwickeln ca. 20 bis 25 % der Patienten 5 bis 10 Jahre nach einer Ganzkörperbestrahlung. Er kann durch eine ambulante Operation behoben werden.

Eine weitere mögliche Komplikation nach Ganzkörperbestrahlung ist eine Unterfunktion der Schilddrüse. Sie tritt bei 10 bis 15 % der Patienten auf und kann durch Medikamente (Schilddrüsenhormone) ausgeglichen werden.

Stand: 08.09.2015

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Erstellt am:
11.01.2012

Aktualisiert am:
08.09.2015

Quellen:
[1] Copelan EA: Hematopoietic stem-cell transplantation. N Engl J Med 2006; 354: 1813—26.
[2] Informationen für Patienten mit Blutstammzelltransplantation und Knochenmarktransplantation. Universitätsklinikum Ulm, Stand 10/2014. http://www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/Kliniken/Innere_Medizin/InnereIII/
Station/20141020_cEBKT_final.pdf (zuletzt besucht am 12.05.2017)

Weitere Artikel zum Thema "Das neue Leben":

nach oben