1) Freizeitaktivitäten, wie z. B. Radfahren, sind bei stabilem Gesundheitszustand nach allogener Blutstammzelltransplantation wieder möglich.
1) Bei stabilem Gesundheitszustand kann man das Leben wieder genießen und z. B. Freizeitaktivitäten nachgehen.

Worauf muss man nach der allogenen Blutstammzelltransplantation (PBSZT) langfristig achten?

Im ersten Jahr (vor allem in den ersten 6 Monaten) nach der Transplantation sind viele Transplantierte durch Nebenwirkungen oder Komplikationen der Behandlung beeinträchtigt. Wenn diese „kritische Phase" überstanden ist, kann man sich nach und nach wieder ein nahezu normales Alltagsleben aufbauen und die schönen Dinge des Lebens genießen. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass man völlig gesund ist und „vor Kraft strotzt". Die Konditionierungstherapie, die früheren Vorbehandlungen und die Erkrankung selbst sind für den Körper eine Belastung, von der er sich langsam erholen muss. Manche Veränderungen im Körper sind dauerhaft. Es gibt daher auch langfristig einige Dinge zu beachten.

In der KMT-Ambulanz wird man in der Regel nur noch monatlich und später jährlich untersucht, solange der Gesundheitszustand stabil ist.

 

2) Die Grafik zeigt die durchschnittliche Überlebensrate aller Patienten einer Klinik, die in den Jahren 2003 bis 2007 eine allogene Blutstammzelltransplantation erhielten. Nach 7 Jahren lebten noch etwa 50 % der Patienten.
2) Durchschnittliche Überlebensrate in den ersten 7 Jahren nach allogener PBSZT (alle Erkrankungen und Konditionierungstherapien zusammengefasst) in einer Klinik in Seattle (mod. nach [3])

Lebenserwartung

Immer mehr Patienten überleben immer länger nach einer allogenen Blutstammzelltransplantation. Dies liegt vor allem daran, dass die Transplantation in den letzten Jahrzehnten immer sicherer geworden ist. Die so genannte Transplantationsassoziierte Mortalität (Sterblichkeit) ist kontinuierlich gesunken. Mögliche durch die Transplantation bedingte Todesursachen sind vor allem die GvHD, Infektionen und Organschäden.

Die häufigste einzelne Todesursache ist allerdings die Grunderkrankung selbst (Rückfall oder Progression der Krebserkrankung).

Sowohl das Risiko des Rückfalls als auch das Risiko an einer Komplikation zu versterben ist im ersten Jahr nach der Transplantation am höchsten und nimmt dann in der Regel kontinuierlich ab (s. Abbildung 2).

Man kann daher leider nicht pauschal sagen, dass Transplantierte durch die allogene Blutstammzelltransplantation eine bestimmte Anzahl an Lebensjahren gewinnen. Die Prognose ist individuell sehr unterschiedlich und hängt z. B. ab von [1]:

  • der Art der Erkrankung,
  • dem Stadium der Erkrankung,
  • dem Alter und dem körperlichen Zustand des Patienten sowie
  • dem Grad der Übereinstimmung der HLA-Merkmale von Spender und Patient

Kinderwunsch

Bei den meisten Erwachsenen, die über 25 Jahre alt sind, führt die „volle" Konditionierungstherapie zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit (Sterilität). Für Frauen bedeutet dies, dass sie vorzeitig in die Wechseljahre kommen. Von den Frauen, die bei der Transplantation jünger als 25 Jahre alt waren, können allerdings 10 bis 20 % nach 5 bis 10 Jahren wieder schwanger werden [2].

Die Auswirkungen einer dosisreduzierten Konditionierungstherapie auf die Fruchtbarkeit sind noch nicht ausreichend erforscht. Sie hängen davon ab, welche Medikamente zum Einsatz kommen und wie hoch die Strahlendosis ist.

Unabhängig von der Art der Konditionierung gilt: Da man nicht in jedem Fall von einer 100-%-igen Sterilität ausgehen kann, ist eine Empfängnisverhütung sinnvoll [2].

Falls es zu einer Schwangerschaft kommt, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Das Missbildungsrisiko ist für ausgetragene Kinder nicht erhöht [2].

Reisen

Solange man noch Immunsuppressiva einnehmen muss und die üblichen Impfungen noch nicht wieder aufgefrischt sind, sollte man nur in Gegenden mit hohem hygienischen Standard reisen. Wenn der Gesundheitszustand (noch) nicht stabil ist, empfiehlt es sich außerdem, sich nicht zu weit vom Transplantationszentrum zu entfernen. Am besten ist es, Reisepläne immer mit dem Transplantationszentrum bzw. der KMT-Ambulanz abzusprechen.

Gesundheitliche Risiken vermindern

Die Konditionierungstherapie und einige Immunsuppressiva erhöhen das Risiko, bestimmte Krebserkrankungen zu entwickeln. Durch eine gesunde Lebensweise kann man selbst dazu beitragen, das Krebsrisiko nicht zusätzlich zu erhöhen. Beispielsweise sollte man

  • auf das Rauchen ganz verzichten.
  • auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten.

Mehr Informationen zu Krebserkrankungen nach der Transplantation

Neue Blutgruppe

Falls der Spender der Blutstammzellen eine andere Blutgruppe hat als der Empfänger, bekommt der Empfänger nach der Transplantation die Blutgruppe des Spenders. Manchmal hat man übergangsweise zwei Blutgruppen gleichzeitig, solange noch „alte" eigene Stammzellen im Knochenmark verbleiben und Blutzellen bilden. Man kann vom Transplantationszentrum einen neuen Blutgruppenausweis erhalten.

Stand: 08.09.2015

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Erstellt am:
11.01.2012

Aktualisiert am:
08.09.2015

Quellen:
[1] Copelan EA: Hematopoietic stem-cell transplantation. N Engl J Med 2006; 354: 1813—26.
[2] Informationen für Patienten mit Blutstammzelltransplantation und Knochenmarktransplantation. Universitätsklinikum Ulm, Stand 10/2014. http://www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/Kliniken/Innere_Medizin/InnereIII/Station/20141020_cEBKT_final.pdf  (zuletzt besucht am 12.05.2017)
[3] Gooley TA, Chien JW, Pergam SA et al.: Reduced mortality after allogeneic hematopoietic-cell transplantation. N Engl J Med 2010; 363: 2091—101.

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