Lebenserwartung
Immer mehr Patienten überleben immer länger nach einer allogenen Blutstammzelltransplantation. Dies liegt vor allem daran, dass die Transplantation in den letzten Jahrzehnten immer sicherer geworden ist. Die so genannte Transplantations-assoziierte Mortalität (Sterblichkeit) ist kontinuierlich gesunken. Mögliche durch die Transplantation bedingte Todesursachen sind vor allem die GvHD, Infektionen und Organschäden.
Die häufigste einzelne Todesursache ist allerdings die Grunderkrankung selbst (Rückfall oder Progression) der Krebserkrankung.
Sowohl das Risiko des Rückfalls als auch das Risiko an einer Komplikation zu versterben ist im ersten Jahr nach der Transplantation am höchsten und nimmt dann in der Regel kontinuierlich ab (s. Abbildung 2).
Man kann daher leider nicht pauschal sagen, dass Transplantierte durch die allogene Blutstammzelltransplantation eine bestimmte Anzahl an Lebensjahren gewinnen. Die Prognose ist individuell sehr unterschiedlich und hängt z. B. ab von [1]:
- der Art der Erkrankung,
- dem Stadium der Erkrankung,
- dem Alter und dem körperlichen Zustand des Patienten sowie
- dem Grad der Übereinstimmung der HLA-Merkmale von Spender und Patient
Kinderwunsch
Bei den meisten Erwachsenen, die über 25 Jahre alt sind, führt die „volle" Konditionierungstherapie zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit (Sterilität). Für Frauen bedeutet dies, dass sie vorzeitig in die Wechseljahre kommen. Von den Frauen, die bei der Transplantation jünger als 25 Jahre alt waren, können allerdings 10 bis 20 % nach 5 bis 10 Jahren wieder schwanger werden [2].
Die Auswirkungen einer dosisreduzierten Konditionierungstherapie auf die Fruchtbarkeit sind noch nicht ausreichend erforscht. Sie hängen davon ab, welche Medikamente zum Einsatz kommen und wie hoch die Strahlendosis ist.
Unabhängig von der Art der Konditionierung gilt: Da man nicht in jedem Fall von einer 100%igen Sterilität ausgehen kann, ist eine Empfängnisverhütung sinnvoll [2].
Falls es zu einer Schwangerschaft kommt, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Das Missbildungsrisiko ist für ausgetragene Kinder nicht erhöht [2].
Reisen
Solange man noch Immunsuppressiva einnehmen muss und die üblichen Impfungen noch nicht wieder aufgefrischt sind, sollte man nur in Gegenden mit hohem hygienischen Standard reisen. Wenn der Gesundheitszustand (noch) nicht stabil ist, empfiehlt es sich außerdem, sich nicht zu weit vom Transplantationszentrum zu entfernen. Am besten ist es, Reisepläne immer mit dem Transplantationszentrum bzw. der KMT-Ambulanz abzusprechen.
Gesundheitliche Risiken vermindern
Die Konditionierungstherapie und einige Immunsuppressiva erhöhen das Risiko, bestimmte Krebserkrankungen zu entwickeln. Durch eine gesunde Lebensweise kann man selbst dazu beitragen, das Krebsrisiko nicht zusätzlich zu erhöhen. Beispielsweise sollte man
- auf das Rauchen ganz verzichten.
- auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten.
Mehr Informationen zu Krebserkrankungen nach der Transplantation
Neue Blutgruppe
Falls der Spender der Blutstammzellen eine andere Blutgruppe hat als der Empfänger, bekommt der Empfänger nach der Transplantation die Blutgruppe des Spenders. Manchmal hat man übergangsweise zwei Blutgruppen gleichzeitig, solange noch „alte" eigene Stammzellen im Knochenmark verbleiben und Blutzellen bilden. Man kann vom Transplantationszentrum einen neuen Blutgruppenausweis erhalten.
Stand: 11.01.2012