Das im Juli 2016 vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Errichtung eines Transplantationsregisters wurde am 23.9.2016 vom Bundesrat gebilligt und wird noch im Herbst in Kraft treten. Ziel ist, durch die gewonnenen Erkenntnisse die Versorgung und Qualitätssicherung weiterzuentwickeln und die Transparenz in der Transplantationsmedizin zu verbessern. Langfristig soll das Register zu einer Weiterentwicklung der Wartelistenkriterien sowie der Organverteilung beitragen.

Alle Daten von Lebendspendern, verstorbenen Organspendern und von Organempfängern werden in Zukunft im Register zentral gebündelt und miteinander verknüpft. Das Transplantationsregister steht unter Aufsicht der Bundesbeauftragten für den Datenschutz. Die Weitergabe der Daten von Organempfängern und Lebendspendern erfolgt nur mit deren ausdrücklicher Einwilligung. Durch eine möglichst vollständige Datenerfassung im Register könnte eine gesicherte Datengrundlage für die Weiterentwicklung der Transplantationsmedizin geschaffen werden.

In anderen Ländern werden Register z.T. schon seit vielen Jahren genutzt, um Langzeitergebnisse nach Transplantation strukturiert auszuwerten und Verbesserungsansätze zu identifizieren. Aufgrund der besonderen Gegebenheiten in Deutschland (weniger Spenderorgane, längere Wartezeiten, höheres Spender- und Empfängeralter etc.) sind diese Ergebnisse allerdings nicht ohne Weiteres übertragbar. Diese Lücke könnte mit dem Transplantationsregister geschlossen werden, mit dem jetzt die Grundlage geschaffen ist, um spezifisch für Deutschland Daten erfassen zu können.


Quellen:
[1] http://www.bmg.bund.de/ministerium/meldungen/2016/transplantationsregister-23-lesung.html (zuletzt besucht am 04.10.2016).
[2] http://www.gesundheitsstadt-berlin.de/gesetz-zur-errichtung-eines-transplantationsregisters-verabschiedet-10268/ (zuletzt besucht am 04.10.2016).

Autoren:
Nora Vogg, Dr. med. Susanne Rödel

Erstellt am:
04.10.2016