Langfristige Gesundheitsrisiken nach Herztransplantation
Ist die erste Phase nach der Herztransplantation überstanden, kann in der Regel ein nahezu normaler Alltag gelebt werden. Manche Transplantierte können wieder einen Beruf ausüben. Da eine gewisse Abwehrreaktion des Immunsystems gegen das transplantierte Herz kontinuierlich unterdrückt werden muss, gehören zu den langfristigen Risiken:
- eine chronische Abstoßung sowie
- Folgeerkrankungen durch die jahrelange immunsuppressive Behandlung.
Ein Jahr nach der Transplantation funktionieren (in Deutschland) noch etwa 76 Prozent der transplantierten Herzen, nach 5 Jahren sind es etwa 67 Prozent. Versagt das transplantierte Herz, kann manchmal eine erneute Transplantation das Leben der Transplantierten retten. Die häufigsten Todesursachen bei Herztransplantierten sind eine chronische Abstoßung des Spenderherzens und eine Herzinsuffizienz [1].
Chronische Abstoßung
Die chronische Abstoßungsreaktion gegen ein transplantiertes Herz äußert sich durch eine Transplantatarteriosklerose (auch Transplantatvaskulopathie genannt). Darunter versteht man eine Verdickung der Gefäßwände, vor allem der kleinen Herzkranzgefäße. Sie kann zur Verengung und schließlich zum Verschluss der Gefäße führen. Neben der chronischen Abstoßungsreaktion gibt es noch weitere Faktoren, welche zur Entwicklung einer Transplantatarteriosklerose beitragen [2,3].
Bei mehr als 50 Prozent der Herztransplantierten entsteht innerhalb von 5 Jahren nach der Transplantation eine Transplantatarteriosklerose [3]. Immunsuppressiva aus der Substanzklasse der mTOR-Hemmer können die Entwicklung einer Transplantatarteriosklerose verlangsamen [2,3].
Weitere Gesundheitsrisiken
Die jahrelange Behandlung mit Immunsuppressiva erhöht langfristig u. a. das Risiko für:
- eine Verschlechterung der Nierenfunktion,
- die Entstehung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems,
- die Entstehung von Tumorerkrankungen (z. B. Hautkrebs),
- die Entwicklung eines Posttransplant-Diabetes.
Stand:
15.07.2010
