Impfausweis
Impfungen müssen mit dem Transplantationszentrum abgesprochen werden.

Impfungen nach Transplantation

Für Transplantierte gelten hinsichtlich des Impfens einige Besonderheiten:

Je nachdem, gegen welche Erkrankung eine Impfung erfolgt, setzen Ärzte entweder Lebendimpfstoffe oder Totimpfstoffe ein. Bei den Lebendimpfstoffen werden noch lebende, aber stark abgeschwächte Viren gespritzt. Diese können von einem normal arbeitenden Immunsystem abgewehrt werden, was eine Immunisierung gegen den Erreger bewirkt. Totimpfstoffe bestehen aus bereits abgetöteten Viren. Diese lösen nach einer Injektion ebenfalls eine schützende Reaktion des Immunsystems aus.

Impfungen mit Lebendimpfstoffen sind bei Menschen, die Immunsuppressiva einnehmen, nicht mehr möglich. Es besteht die Gefahr, dass das Immunsystem nicht stark genug ist, um die gespritzten Viren zu bekämpfen.

Impfungen mit Totimpfstoffen sind hingegen auch bei transplantierten Menschen möglich. Da das Immunsystem jedoch in der Frühphase nach einer Transplantation noch keine ausreichende Immunantwort geben kann, sind Impfungen im ersten Jahr nach der Transplantation nicht sinnvoll. Aus diesen Gründen empfehlen Mediziner, so viele Impfungen wie möglich schon im Vorfeld einer Organtransplantation durchzuführen.

Generell müssen alle Impfungen mit dem Transplantationszentrum abgesprochen werden. Zudem muss der impfende Arzt wissen, dass Immunsuppressiva eingenommen werden, da zum Teil eine häufigere Wiederholung der Impfung als üblich erforderlich ist, bis ein ausreichender Impfschutz erreicht wird (z. B. FSME-Impfung).

Stand:
05.12.2017

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014, 05.12.2017

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Medizinischer Beirat von „Transplantation verstehen"