Das Essen schmeckt wieder
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Die ersten Monate

In der folgenden Zeit wurde trotz aller Euphorie strengstens auf meine Werte geschaut. Da es erst die zweite inkompatible Lebendspende in Freiburg war, haben die Ärzte auf uns natürlich ein besonderes Auge geworfen. Neben zweier Biopsien, die durchgeführt wurden, wurde ich sicherheitshalber auch noch viermal wieder zur Dialyse geschickt. Nicht um mich einer Blutwäsche wegen schlechter Werte zu unterziehen, sondern um eventuell sich doch entwickelnde Antikörper aus dem Blut zu waschen. Nebenher musste ich, was ich aus Kindertagen schon kannte, auch wieder an meine Medikamente denken. Die Wichtigkeit der regelmäßigen Einnahme wurde mir jeden Tag wieder bewusster. „Ein Motor ohne Öl kann schnell kaputt gehen, und die Medikamente stellen in meinem Fall das Öl dar." Diesen Satz von früher hatte ich sofort wieder parat.

Drei Wochen nach der Transplantation durften wir das Klinikum verlassen. Dennoch blieben wir in der Nähe von Freiburg, da ein paar Tage später eine abschließende Blutkontrolle stattfand.

Mit meiner Familie samt Tante und Onkel bin ich am ersten Abend erst einmal richtig lecker essen gegangen und habe mir ein Weizenbier gegönnt. Endlich konnte man solche Augenblicke wieder genießen und musste nicht darauf schauen, was man darf oder nicht darf. Als Dialysepatient hatte ich immer einen sehr hohen Phosphatspiegel im Blut. Als mir eine Ärztin nach der Transplantation aufgrund meines niedrigen Phosphatspiegels riet, mal ein ordentliches Rumpsteak zu essen, habe ich gemerkt, dass ich tatsächlich wieder alle Freiheiten habe.

Am 05. Dezember 2004 ging es dann wieder zurück nach Dorsten. Da Dorsten im Ruhrgebiet liegt und Freiburg nicht gerade um die Ecke ist, haben wir von den Freiburger Ärzten für die Nachkontrollen einen Nephrologen in Essen empfohlen bekommen, der auch schon als Transplantationsarzt in Freiburg tätig war. Dennoch sollten auch zwei- bis viermal im Jahr Kontrollen im Transplantationszentrum in Freiburg stattfinden.