Das neue Leben
Dank der neu gewonnenen Freizeit hatte ich auch wieder mehr Gelegenheit, mit Freunden etwas zu unternehmen. Die Gänge in Deutschlands Stadien, um meinen Verein Borussia Dortmund zu unterstützen, wurden wieder zahlreicher. Abendliche Unternehmungen ebenfalls. Das Schönste an diesen Dingen war aber, dass man bei allem nicht mehr auf seine Trinkmenge oder sonst was achten musste. Sicherlich sollte man nicht übertreiben, aber das eine oder andere Bierchen kann man wieder genießen.
Ende Februar 2005, ich war gerade vier Monate transplantiert, lernte ich in einem Cafè Eva kennen. Wir waren uns sofort sympathisch und telefonierten viel. Es dauerte nicht lange, bis wir uns wieder verabredeten. Die Gefühle füreinander waren bei beiden offensichtlich, und wir wurden ein Paar. Ich konnte mein Glück kaum fassen!
Hätte mir vor einem Jahr einer erzählt, wie sich mein Leben in der nächsten Zeit verändert, ich hätte ihn für bekloppt erklärt. Es war auf jeden Fall wunderbar! Keine Dialyse mehr, du bist wieder fit wie ein Turnschuh, und bei den Mädels läuft´s auch wieder. Im Sommer 2005 machten wir unseren ersten gemeinsamen Urlaub. Für mich der erste Urlaub seit langer Zeit ohne Urlaubsdialyse. Ein Urlaub mit Dialyse war für mich jedes Mal eine gute Sache, doch jetzt hatte ich auch hier wieder viel mehr Freiräume. Es wurde deshalb für mich ein ganz besonderer Urlaub.
Zwei Jahre später war ich mir dann sicher. Ich machte Eva einen Antrag. Gott sei Dank fühlte sie genauso und sagte: „Ja". Wir heirateten im Juli standesamtlich und im Oktober folgte der Gang vor den Altar.