Grillen nach der Transplantation
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Zu den großen Freuden des Sommers gehört das Grillen. Einen Sommertag mit einem Grillabend im Kreise der Familie oder mit Freunden ausklingen zu lassen - das ist Entspannung pur. Nach einer Organtransplantation kann man dieses sommerliche Vergnügen genießen, solange man nur Durchgegartes isst.

Wegen des erhöhten Infektionsrisikos sollte man besonders in den ersten Monaten nach der Transplantation Nahrungsmittel und Getränke meiden, die Krankheitserreger enthalten könnten. Hierzu gehören z. B. rohes Fleisch und roher Fisch, nicht wärmebehandelte Milch (Rohmilch), Rohmilchprodukte wie Joghurt und Rohmilchkäse, Eierspeisen aus rohen Eiern, Austern oder Salate zweifelhafter Herkunft. Rohes Obst und Gemüse sollte gründlich gewaschen werden. Noch besser ist es, nur schälbares Obst und Gemüse zu essen. Dies bedeutet, dass man z. B. Steinobst, Trauben oder Beeren zumindest in den ersten sechs Monaten meidet und dafür Bananen, geschälten Äpfeln, Birnen oder Orangen den Vorzug gibt.

Weiterhin ist es gesünder, kochsalzarm zu grillen bzw. grundsätzlich kochsalzarm zu kochen. Damit beugt man zwei Gefahren vor: Zum einen begünstigt eine kochsalzreiche Ernährung bei vielen Menschen die Entstehung von Bluthochdruck. Zum anderen fördert Kochsalz Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme). Auch Kortison verursacht eine Ödemneigung. Da die meisten Transplantierten in den ersten Monaten nach der Transplantation hohe Kortisondosen einnehmen müssen, kann die Ödemneigung insbesondere in dieser Zeit durch eine hohe Kochsalzaufnahme noch verstärkt werden.

Für Patienten, die mehrmals am Tag Medikamente einnehmen müssen, ist es außerdem besser, sich mit dem Genuss von alkoholischen Getränken zurückzuhalten.

In unserem Service-Bereich finden Sie die Broschüre „Meine Transplantation von A bis Z" zum Download. Sie enthält ein ausführliches Kapitel zur keimarmen Ernährung nach einer Transplantation.

Stand:
06.12.2017

Autorin:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014, 06.12.2017

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Wissenschaftlicher Beirat von „Transplantation verstehen"
[2] Broschüre „Nach der Transplantation: Keimarme Ernährung" der Novartis Pharma GmbH