Etappen Operation Postmortale Spende Blutproben
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Die Vorbereitungsphase einer Lebendspende beginnt bis zu drei Monate vor der Transplantation: Spender und Empfänger werden in einem Gespräch beim Arzt über die Transplantation informiert. Im Anschluss wird beiden Blut abgenommen, um eine Kreuzprobe und eine Gewebetypisierung durchzuführen.

Danach folgen zwei von einem Psychologen geführte medizinisch-psychologische Gespräche. Sie finden sowohl gemeinsam (Spender und Empfänger) als auch einzeln statt. Anschließend folgt eine mehrtägige Phase, in welcher der Spender medizinisch untersucht wird. Sie dient vor allem dazu, das Risiko der Organentnahme zu bestimmen.

Die wichtigsten Untersuchungen im Einzelnen:

  • Blutuntersuchungen
  • Urindiagnostik
  • EKG
  • Röntgenuntersuchung der Lunge
  • Ultraschalluntersuchung des Bauches
  • Endoskopie

Der Empfänger des Organs unterzieht sich ebenfalls diesen Untersuchungen. Hinzu kommen Überprüfungen auf eventuell bestehende Zahnherde (Entzündungen) oder bösartige Wucherungen.

Nachdem die Ergebnisse ausgewertet sind, folgt ein Gespräch zwischen Spender, Empfänger und Chirurg. In diesem wird die endgültige Entscheidung für oder gegen eine Transplantation getroffen.

Anschließend muss der Spender sich noch der Lebendspende-Kommission vorstellen, um dort die Beweggründe für die Organspende zu erläutern. Fällt die Kommission ein positives Urteil, kann das Organ in den nächsten Wochen transplantiert werden.

Wie läuft eine Lebendspende ab?

Organspender und -empfänger werden im gleichen Transplantationszentrum operiert. In der Regel werden sie einen Tag vor der Operation ins Transplantationszentrum einbestellt. Dort wird nochmals eine Kreuzprobe durchgeführt und der aktuelle Gesundheitszustand überprüft. Der Empfänger nimmt die ersten Immunsuppressiva ein. Ergeben sich keine Hindernisse für den Eingriff, findet die Transplantation am nächsten Tag statt.

Die Operation wird „überlappend" durchgeführt: Zunächst kommt der Spender in den Operationssaal, wo mit der Entnahme des Organs begonnen wird. Etwa zwei bis drei Stunden später - bereits vor dem Ende der Organentnahme - wird mit der Operation des Empfängers begonnen.

Die Dauer einer Transplantation unterscheidet sich je nach zu transplantierendem Organ. Zudem hängt sie von den individuellen Voraussetzungen der Patienten und dem Verlauf der Operation ab.

Das Risiko der Transplantation ist für Spender und Empfänger gering. Nur selten kommt es während der Operation zu Komplikationen.

Nach der Transplantation verbleibt der Spender noch für mehrere Tage im Krankenhaus. Der Empfänger muss etwas länger im Krankenhaus beobachtet und betreut werden. Für ihn ist die Situation ähnlich wie bei Empfängern einer postmortalen Organspende: Es muss überwacht werden, ob das neue Organ seine Arbeit gut aufnimmt. Um eine Abstoßungsreaktion zu vermeiden, muss eine optimale Dosis für die Einnahme von Immunsuppressiva gefunden werden.

Für vertiefende Informationen lesen Sie auch das Spezialthema Lebendspende

Stand:
05.12.2017

Autorin:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014, 05.12.2017

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Keller CK, Geberth S: Praxis der Nephrologie. Springer Verlag, Berlin 2007
[2] Universitätsklinik Münster: Aufklärung zur Nierenlebendspende (http://klinikum.uni-muenster.de/ fileadmin/ ukminternet/ Daten/ kliniken/ medd/ 15_Sektion_Transplantationsnephrologie/ Aufklaerung Lebendnierenspende Konsensus NTX AG 25.02.2016 UKM Version.pdf, zuletzt besucht am: 12.05.2017)
[1] Medizinischer Beirat von „Transplantation verstehen"