Transplantierte können aktiv dazu beitragen, das Krebsrisiko nach der Transplantation zu senken.

Tumoren nach Transplantation – einige Risikofaktoren können positiv beeinflusst werden

Empfänger von Organtransplantaten haben im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung eine stark erhöhte Wahrscheinlichkeit, an einem Tumor zu erkranken [1]. Einige der Risikofaktoren können nicht beeinflusst werden, wie z. B. der Hauttyp, ob schon vor der Transplantation eine Krebserkrankung vorlag oder ob der Transplantierte bereits ein fortgeschrittenes Alter erreicht hat.

Es gibt aber auch Risikofaktoren, auf die man Einfluss nehmen kann. Dazu gehören:

  • Schutz der Haut vor UV-Strahlung
  • Wahl der immunsuppressiven Behandlung
  • Behandlung von Virusinfektionen

Die Häufigkeit von Hautkrebs nach einer Transplantation hängt eng damit zusammen, wie stark der Patient einer UV-Strahlung durch Sonne und Solarium ausgesetzt ist. Ein konsequenter Schutz vor UV-Strahlung ist daher für jeden Transplantierten unumgänglich.

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Für die Entwicklung von Tumoren spielt auch die Wahl der Immunsuppression eine Rolle. Immunsuppressiva erhöhen durch die Hemmung des Immunsystems das Risiko, an Tumoren zu erkranken. Gleichzeitig ist die Therapie für den Transplantierten lebenswichtig und darf auf keinen Fall abgesetzt werden. Es gibt Medikamente mit Wirkmechanismen, bei denen das Krebsrisiko geringer ist als bei anderen. Ihr Arzt kann Sie dazu detaillierter und auf Ihre Therapiesituation abgestimmt informieren.

Aufgrund der Immunsuppression können Infektionen häufiger auftreten. Bestimmte Virusinfektionen können die Entwicklung von Tumoren begünstigen, insbesondere von Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs). Ärztliche Untersuchungen und eine entsprechende Behandlung der Infektionen helfen, diese Folgeerkrankungen zu verhindern. [1–3]

Um das Krebsrisiko zu verringern, werden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen als Teil der Transplantationsnachsorge empfohlen [3].

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Cornelia Dietz

Erstellt am:
11.09.2017

Quellen:
[1] Engels EA, Pfeiffer RM, Fraumeni JF et al.: Spectrum of Cancer Risk Among US Solid Organ Transplant Recipients. JAMA, 2011; 306 (17): 1891–901.
[2] Ulrich C, Arnold R, Frei U et al.: Hautveränderungen nach Organtransplantation. Dtsch Arztebl Int, 2014; 111 (11): 188−94.
[3] Schrem H, Barg-Hock H, Strassburg CP et al.: Nachsorge bei Organtransplantierten. Dtsch Arztebl Int, 2009; 106 (9): 148–55.

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