Das Hautkrebsrisiko wird wird durch Sonnenschutz gesenkt.

Warum ist das Hautkrebsrisiko erhöht?

Nach einer Organtransplantation müssen lebenslang immunsuppressive Medikamente (Immunsuppressiva) eingenommen werden, um eine Abstoßung des transplantierten Organs zu verhindern. Die regelmäßige Einnahme der Immunsuppressiva ist Voraussetzung für das Funktionieren des transplantierten Organs und somit – im Falle einer Herz-, Lungen- oder Lebertransplantation – auch für das Überleben des Transplantierten.

Langfristig kann die immunsuppressive Behandlung leider zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Die Schwächung des Immunsystems beeinträchtigt beispielsweise auch körpereigene Abwehrmechanismen gegen die Entstehung von Krebs: Die Erkennung und Aussortierung bösartiger Zellen ist gestört. Transplantierte haben daher generell ein erhöhtes Risiko, an bösartigen Tumoren zu erkranken.

Zusätzlich begünstigt die Schwächung der Abwehrzellen (Lymphozyten) eine unkontrollierte Ausbreitung von natürlich vorkommenden, aber schädlichen Hautviren (Papillomaviren). Diese Hautviren stehen im Verdacht, an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt zu sein [1,4].

Die häufigste Krebsart bei Organtransplantierten ist der Hautkrebs. Aber auch Lymphome (Lymphdrüsenkrebs), genitale Karzinome und Nierenkrebs treten häufiger auf als bei Nicht-Transplantierten.

Übrigens beeinflusst auch die UV-Strahlung, der man vor der Transplantation ausgesetzt war, das Hautkrebsrisiko: Patienten, die sich viel und lange in der Sonne aufhielten, erkranken nach der Transplantation häufiger und früher an Hautkrebs. Daher sollten auch Patienten, die auf eine Transplantation warten, auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten.

"Weißer Hautkrebs"

Stand:
20.05.2014

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Wissenschaftlicher Beirat von „Transplantation verstehen"
[2] Schrem H, Barg-Hock H, Strassburg CP et al.: Nachsorge bei Organtransplantierten. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(9): 148-55.
[3] Stockfleth E, Ulrich M: Vorsorge und Behandlung von Hauttumoren nach Organtransplantation. Diatra Journal 2/2008: 15-18.
[4] Connolly K, Manders P, Earls P, Epstein RJ: Papillomavirus-associated squamous skin cancers following transplant immunosuppression: one Notch closer to control. Cancer Treat Rev 2013.

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