Schwimmbad oder Freibad

Baden nach der Transplantation

Ob im Freibad, im See oder im Meer - für viele Menschen gehört das Baden zum Sommer dazu. Auch Transplantierte können nach einiger Zeit wieder den Sprung ins "kühle Nass" genießen. Dabei sollten allerdings einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Infolge der lebensnotwendigen Immunsuppression ist das Abwehrsystem geschwächt und daher die Infektionsgefahr höher als bei Nicht-Transplantierten. Beim Baden und Schwimmen kann man sich daher möglicherweise mit Keimen anstecken, die sich im feuchten Milieu wohl fühlen. Die Infektionsgefahr ist meist in den ersten Monaten nach der Transplantation am größten, weil zu dieser Zeit die höchste Dosis der Immunsuppressiva eingenommen wird.

Daher sollte man im ersten halben Jahr nach der Transplantation gar nicht Baden gehen. Danach ist der Besuch von öffentlichen Freibädern oder das Baden im Meer sowie in Seen, die von den Behörden bezüglich der Sauberkeit als unbedenklich eingestuft wurden, in der Regel möglich. Vom Aufenthalt in Hallenbädern, Thermalbädern und Saunen wird jedoch im gesamten ersten Jahr nach der Transplantation abgeraten [1]. In diesen geschlossenen Räumen mit hohen Wasser- oder Lufttemperaturen ist die Keimbelastung oft höher als im Freien.

Grundsätzlich ist es immer ratsam, den betreuenden Arzt zu fragen, ob Einwände gegen das Baden bzw. Schwimmen bestehen. Er kann das individuelle Risiko des Transplantierten am besten einschätzen.

Wenn man Baden bzw. Schwimmen geht, kann man sich mit folgenden Maßnahmen vor Infektionen schützen:

  • Badelatschen tragen. Dies vermindert die Gefahr, sich mit Viren anzustecken, die Warzen verursachen, oder mit Pilzen, die zu Fuß-, Haut- oder Nagelpilz führen. Diese Infektionen treten bei immunsupprimierten Patienten vermehrt auf.
  • Nach dem Baden duschen. Dabei sollten milde Seifen oder Waschlotionen mit einem pH-Wert um 5 verwendet werden sowie Dusch-Öle ohne Zusätze. So wird der natürliche Säureschutzmantel der Haut am wenigsten geschädigt. Der normalerweise leicht saure pH-Wert der Hautoberfläche (ca. 5,5) trägt zur Abwehr von Krankheitserregern bei.

Stand:
20.05.2014

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Die Herztransplantation. Informationsbroschüre der Kinderkardiologie am Klinikum Großhadern München, Download von http://www.kinderkardiologie-muenchen.de/?lang=1&idcat=31 (zuletzt besucht am 14.11.2013)
[2] Wissenschaftlicher Beirat von „Transplantation verstehen"

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