Lebendspender haben oft eine gute Lebensqualität.

Das Leben nach der Lebendspende

Die medizinische Nachsorge des Empfängers unterscheidet sich nicht von der bei einer postmortalen Spende. Für ihn gelten die Informationen, die im Bereich „Etappen” beschrieben sind.

Der Spender ist nach einer Nieren-Lebendspende ein bis zwei Monate und nach einer Leber-Lebendspende ein bis drei Monate arbeitsunfähig – je nachdem, wie groß die körperliche Belastung bei der Arbeit ist [1]. Daher sollten schon im Vorfeld einige versicherungsrechtliche Themen mit der Krankenkasse/Krankenversicherung und dem Arbeitgeber besprochen werden.

In den meisten Fällen leidet der Spender nicht unter langfristigen gesundheitlichen Problemen. Dennoch ist es sinnvoll, wenn er sich lebenslang regelmäßig untersuchen lässt (auch wenn er sich völlig gesund fühlt). So können eventuelle Spätfolgen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Ärzte des Transplantationszentrums werden ihn über die Art und Häufigkeit (z. B. 1-mal jährlich) der Untersuchungen informieren.

Lebensqualität

Lebendspender sind (im Durchschnitt) zufriedener mit ihrem Leben als die „Normalbevölkerung”. Psychologische Befragungen ergaben, dass sie häufig ein gesteigertes Selbstwertgefühl haben und sich durch die Gesundheit des Empfängers belohnt fühlen. Sie sind glücklich darüber, durch ihr eigenes Handeln den Verlust eines nahestehenden Menschen verhindert zu haben. Etwa 95 % der Lebendspender würden wieder spenden [1].

Natürlich kann es nach der Transplantation auch emotionale „Tiefs” geben, z. B. wenn beim Empfänger oder beim Spender selbst gesundheitliche Probleme auftreten. Es ist sinnvoll, sich in solchen Fällen Unterstützung von psychologischer bzw. psycho­therapeutischer Seite zu holen, um die Erlebnisse und die eigenen Gefühle besser verarbeiten zu können.

Stand:
11.12.2017

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
11.12.2017

Erstellt am:
05.10.2010

Quellen:
[1] Kröncke S: Lebendspende von Organen (Vortrag). Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

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