Mögliche Komplikationen beim Nieren-Lebendspender
Bei der Entnahme einer Niere von einem gesunden Lebendspender kommt es nur sehr selten zu Komplikationen. Es versterben nur 0,02 bis 0,03 % aller Nieren-Lebendspender im Laufe der Organentnahme oder im unmittelbaren Anschluss daran, das sind 2 bis 3 von 10.000. Andere schwerwiegende Komplikationen im Anschluss an die Operation treten in 0,3 bis 1,0 % der Fälle auf, also bei weniger als 1 von 100 Fällen [1,2].
Viele Spender haben nach der Operation Schmerzen im Bereich des Operationsgebietes bzw. der Naht. Diese lassen sich durch Schmerzmittel jedoch gut mildern und gehen meist im Verlauf weniger Wochen zurück. Ein Jahr nach der Operation haben noch etwa 17 Prozent der Spender Irritationen im Bereich der Narbe wie Gefühllosigkeit, Juckreiz oder gelegentliche Schmerzen [3].
Langfristig haben Nieren-Lebendspender keine Nachteile zu befürchten: Ihre Lebenserwartung ist genauso hoch wie bei anderen Menschen, und sie erleiden an der verbliebenen Niere auch nicht häufiger ein Organversagen [1,2].
Auch wenn bisher keine langfristigen Risiken für die Gesundheit des Spenders beobachtet wurden, ist es dennoch ratsam, dass sich der Spender regelmäßig ärztlich untersuchen lässt. Dann können theoretisch mögliche Spätfolgen, wie Bluthochdruck oder eine Verminderung der Nierenfunktion, frühzeitig erkannt und behandelt werden.
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Mögliche Komplikationen beim Leber-Lebendspender
Bei einer Leber-Lebendspende hängt das Risiko für den Spender davon ab, wie groß der entnommene Leberteil ist und welcher Leberlappen transplantiert wird: Je mehr von der Leber entfernt wird, desto wahrscheinlicher sind Komplikationen. Grundsätzlich können bis zu 60 % der Leber entfernt werden (in manchen Fällen bis zu 70 %). Die Ärzte des Transplantationszentrums werden vor der Transplantation genau untersuchen, wie viel Lebergewebe beim Spender entnommen werden kann, ohne dass für ihn ein Leberversagen droht, und ob dieses Volumen für den Empfänger ausreicht.
Bei Spenden für Kinder wird dem erwachsenen Spender der linke Leberlappen oder ein Teil davon entnommen. Das entfernte Leberstück macht einen relativ kleinen Anteil des Organs aus. Es versterben nur etwa 0,09 % der Spender während oder in den Wochen nach der Operation, das sind 9 von 10.000 [4].
Für erwachsene Empfänger (> 65 kg) muss der größere, rechte Leberlappen gespendet werden. Hierbei kann es etwas häufiger zu Komplikationen kommen. Nach der Transplantation haben die Spender nahezu immer vorübergehend eine zu geringe Leberleistung („Leberinsuffizienz”). Der verbliebene Leberrest passt sich jedoch schnell an die neue Situation an – er vergrößert sich und erreicht nach einigen Wochen wieder eine normale Leberfunktion. Es versterben dennoch trotz aller Sicherheitsmaßnahmen bis zu 0,5 % der Spender, also 5 von 1.000 bzw. 50 von 10.000, infolge der Operation [4].
Andere Komplikationen, wie z. B. undichte Stellen in den Gallengängen oder Infektionen, treten bei 15 bis 30 % aller Leber-Lebendspender in den ersten Wochen nach der Organentnahme auf [5]. Diese Komplikationen können jedoch behandelt werden, so dass sie meist nicht zu bleibenden Schäden führen. Langfristig leiden manche Patienten unter gelegentlichen Schmerzen im Bereich der Narbe oder im Oberbauch, bei einigen kommt es zur Bildung einer Narbenhernie („Aussackung” des Bauches im Bereich der Narbe) [6].
Stand:
05.10.2010