Zwei Menschen liegen auf der Wiese und schnäuzen sich. Die allergischen Beschwerden werden nach der Transplantation eher milder.
Allergische Beschwerden werden nach der Transplantation eher milder.

Auswirkungen der Transplantation auf die Allergiebereitschaft

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umgebung. Bekannte allergische Erkrankungen sind z. B. Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis (atopische Dermatitis). Da bei Transplantierten das Immunsystem durch Medikamente reguliert werden muss, stellen sich die Fragen, ob dadurch die Allergiebereitschaft beeinflusst wird und ob es für allergische Transplantierte besondere Dinge zu beachten gibt:

Haben Transplantierte seltener oder häufiger Allergien als andere Menschen?

Diese Frage lässt sich derzeit nicht beantworten. Es gibt zu diesem Thema keine statistischen Erhebungen [1]. Da Allergien aber weit verbreitet sind, haben viele Menschen schon vor der Transplantation eine Allergie. Die Häufigkeit von Allergien nimmt in allen industrialisierten Ländern dramatisch zu. In Europa sind bereits mehr als 30 % der gesamten Bevölkerung betroffen [2].

Werden die allergischen Symptome nach der Transplantation heftiger oder schwächer?

Durch eine Immunsuppression wird die allergische Reaktion insgesamt eher abgemildert. Sie wird jedoch nicht ausgeschaltet, und eine individuelle Prognose kann nicht gegeben werden [3].

Können Allergien des Spenders mit der Transplantation übertragen werden?

Ja, das ist möglich. Bei der Transplantation von soliden („festen") Organen kommt es allerdings selten vor: In der medizinischen Fachliteratur gibt es nur Einzelfallberichte, in denen die Übertragung einer Allergie vom Spender auf den Empfänger des Organs vermutet wird. Die allergische Reaktion würde in diesen Fällen durch Immunzellen vermittelt, die vom Spender mit dem Transplantat übertragen werden. Höher ist das Risiko bei einer Knochenmarktransplantation: Da sich die Zellen des Immunsystems (die unter anderem für allergische Reaktionen verantwortlich sind) aus Knochenmarkzellen bilden, werden hierbei häufiger Allergien übertragen [1,3].

Im Einzelfall ist es schwierig zu unterscheiden, ob die neue Allergie tatsächlich im Zusammenhang mit der Transplantation steht oder ob der Transplantierte nicht auch ohne die Transplantation eine Allergie entwickelt hätte. Eine Allergie kann in jedem Lebensalter neu auftreten [1].

Am wichtigsten ist: behandeln

Unabhängig davon, wann und wie man zu seiner Allergie kommt, ist es wichtig zu wissen, was man tun kann, um die Beschwerden zu lindern. Dabei stellt sich auch die Frage, ob alle Behandlungsmöglichkeiten von Transplantierten genutzt werden können?

Behandlung von Allergien ‑ Besonderheiten nach Organtransplantation

Stand:
20.05.2014

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
20.05.2014

Erstellt am:
22.03.2010

Quellen:
[1] Wissenschaftlicher Beirat von „Transplantation verstehen"
[2] http://www.ecarf.org/ (zuletzt besucht am 14.11.2013)
[3] Persönliche Mitteilung von Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF), Co-Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie Sprecher des Allergie-Centrum-Charité, Berlin (Datum der Mitteilung: 19.01.2010)

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