Eine Frau benutzt ein Nasenspray. Nach der Transplantation sollte man seinen Arzt fragen, welche Medikamente man gegen seine Allergie nehmen kann.
Nasensprays kommen beim allergischen Schnupfen zum Einsatz.

Medikamente gegen Allergien

Transplantierte sollten immer erst mit ihrem Arzt reden, bevor sie beginnen, ein neues Medikament zu nehmen. Da sie ohnehin schon eine Reihe verschiedener Medikamente einnehmen, muss der Arzt prüfen, ob Wechselwirkungen bekannt sind. Beispielsweise gibt es ein Medikament gegen Asthma (ein Leukotrien-Rezeptor-Antagonist), das die Wirkspiegel von Immunsuppressiva im Blut erhöht [1].

Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind und unter welcher allergischen Erkrankung man leidet, kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz:

Heuschnupfen (allergische Rhinokonjunktivitis)

Nasensprays und Augentropfen mit Antihistaminika lindern meist schnell die Symptome: Ihre Wirkung ist nach 15 bis 30 Minuten spürbar. Antihistaminika schwächen die Wirkung des Botenstoffs Histamin, der für viele allergische Symptome verantwortlich ist. Wenn man über einen längeren Zeitraum Beschwerden hat, ist es sinnvoll, in dieser Zeit täglich eine Antihistaminikum-Tablette zu nehmen. Dies trifft z. B. bei einem Dauerschnupfen wegen einer Milbenallergie zu, oder wenn man gegen viele Pollen allergisch ist und somit über mehrere Monate leidet. Durch die Tabletteneinnahme hat man den Wirkstoff kontinuierlich im Blut, und allergische Symptome treten nicht mehr oder nur abgeschwächt auf. Antihistaminika können müde machen. Falls diese Nebenwirkung auftritt, lohnt es sich, andere Produkte aus dieser Substanzklasse zu probieren. Die verschiedenen Produkte können bei verschiedenen Menschen zu unterschiedlich starker Müdigkeit führen. Eine weitere mögliche Nebenwirkung sind Herzrhythmusstörungen. Sie klingen meist ab, wenn das Medikament abgesetzt wird. Dennoch sollte man sich dann zur Sicherheit an einen spezialisierten Arzt wenden [2-4].

Als vorbeugende Behandlung bei leichtem Heuschnupfen kann man Mastzellstabilisatoren anwenden. Sie verhindern, das Histamin und andere Entzündungsstoffe aus den Mastzellen ins Blut freigesetzt werden. Es gibt Nasensprays und Augentropfen, die Mastzellstabilisatoren enthalten. Da ihre volle Wirkung erst nach ein bis zwei Wochen einsetzt, sind diese Medikamente nicht hilfreich zur raschen Linderung vorhandener Symptome. Man sollte die Behandlung erst beenden, wenn man dem allergieauslösenden Stoff nicht mehr ausgesetzt ist. Die Wirkung von Mastzellstabilisatoren ist schwächer als die von Antihistaminika und Glukokortikoiden [2].

Kortisonhaltige Nasensprays (Glukokortikoide) kommen meist zum Einsatz, wenn Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren nicht ausreichend wirken. Sie hemmen die Entzündung in der Nasenschleimhaut und wirken daher besonders gut gegen eine Schwellung der Nasenschleimhaut. Die Sprays wirken mittelschnell: Einen ersten Effekt spürt man innerhalb von zwei Stunden, die stärkste Wirkung ist nach zwei bis vier Tagen erreicht. Wenn kortisonhaltige Nasensprays länger als zwei bis drei Monate angewendet werden, können sie jedoch die Nasenschleimhaut schädigen. Sie sind daher nicht für den Dauergebrauch geeignet [2].

Allergisches Asthma

Es werden im Wesentlichen zwei Gruppen von Medikamenten eingesetzt:

  • eine entzündungshemmende Dauermedikation, um Asthmaanfällen vorzubeugen und
  • im Bedarfsfall Medikamente zur Behandlung eines Asthmaanfalls.

Die Medikamente werden als Sprays inhaliert. Nur in schweren Fällen müssen zusätzlich Tabletten eingenommen werden. Als vorbeugende Dauermedikation haben sich kortisonhaltige Inhalationssprays bewährt. Sie hemmen entzündliche Vorgänge in den Bronchien.

Zur Unterbrechung eines Asthmaanfalls werden kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika inhaliert. Diese Wirkstoffe lassen die Muskeln der Bronchien erschlaffen, so dass sich die Bronchien erweitern und die Atemnot gestoppt wird. Asthmatiker sollten ein solches Spray immer bei sich haben. In späteren Stadien des Asthmas werden zusätzlich zu den kortisonhaltigen Sprays auch Sprays mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika als dauerhafte Behandlung angewandt [5,6].

Neurodermitis (atopische Dermatitis)

Neurodermitiker müssen ihre Haut intensiv pflegen. Hierzu sollten sie sich regelmäßig mit rückfettenden Cremes und Salben einreiben, die Harnstoff enthalten. Diese Salben halten die Haut weich und geschmeidig. Man sollte sie jedoch nicht auf entzündete oder verletzte Ekzemhaut auftragen. Bei sichtbaren Ekzemen müssen für diese Hautareale rasch Salben mit entzündungshemmenden Wirkstoffen angewandt werden. Als Wirkstoffe kommen Kortisonpräparate oder so genannte topische Immunmodulatoren in Betracht. Wartet man zu lange mit der Behandlung, können sich die Beschwerden durch Juckreiz und Kratzen verschlimmern. Auch Salben mit künstlichem Gerbstoff oder einer örtlich betäubenden Substanz (Polidocanol) kommen bei der Neurodermitis zum Einsatz. Gegen starken Juckreiz werden manchmal Antihistaminika in Tablettenform eingenommen [7,8].

Nahrungsmittelallergie / Nahrungsmittelunverträglichkeit

Am wichtigsten ist das Weglassen von Nahrungsmitteln, auf die man empfindlich oder allergisch reagiert hat. Treten nach einem versehentlichen Verzehr leichtere Beschwerden wie Juckreiz, Hautquaddeln oder allergischer Schnupfen auf, hilft ein Antihistaminikum. Kommt es zu Asthma und Atemnot, werden schnell wirkende Beta-2-Sympathomimetika eingesetzt. Patienten, die ein hohes Risiko für einen allergischen Schock haben, sollten ein Notfallset mit Medikamenten und einer adrenalinhaltigen Spritze im Haus haben [9,10].

Allergisches Kontaktekzem

Auch bei einem Kontaktekzem gilt: Die beste Behandlung ist, den Hautkontakt mit dem auslösenden Stoff zu vermeiden. Wenn man gerade ein Ekzem hat, hilft eine kortisonhaltige Salbe. Diese sollte man nicht länger als eine Woche anwenden. Falls notwendig, kann man nach einer 14-tägigen Pause erneut mit der Behandlung beginnen. Alternativ oder zusätzlich kommen zum Einsatz:

  • gegen den Juckreiz: eine Salbe mit einer örtlich betäubenden Substanz (Polidocanol), Antihistaminika, Umschläge oder Bäder mit künstlichen Gerbstoffen oder schwarzem Tee (der natürliche Gerbstoffe enthält)
  • gegen die Entzündung der Haut: Teersalben, UV-A-Bestrahlung,
  • um die Hornhaut aufzuweichen und dünner werden zu lassen: Salicylsäure oder Harnstoff [11]

Ausführliche Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten finden Sie unter den
weiterführenden Internetseiten zum Thema Allergie

Stand:
22.03.2010

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Erstellt am:
22.03.2010

Quellen:
[1] Datenbank GeneMed RX, letztes Update September 2009
[2] http://www.stern.de/ (besucht am 18.01.2010)
[3] http://www.stern.de/ (besucht am 18.01.2010)
[4] Wissenschaftlicher Beirat von „Transplantation verstehen"
[5] http://www.stern.de/ (besucht am 18.01.2010)
[6] Herold G: Innere Medizin, Selbstverlag, 2010.
[7] http://www.ecarf.org/de (besucht am 18.01.2010)
[8] http://www.stern.de/ (besucht am 18.01.2010)
[9] http://www.ecarf.org/de (besucht am 18.01.2010)
[10] http://www.stern.de/ (besucht am 18.01.2010)
[11] http://www.stern.de/ (besucht am 18.01.2010)