Pankreastransplantation: Einleitung

Bei Typ-1-Diabetikern mit schweren Folgeschäden des Diabetes, z. B. mit einem chronischen Nierenversagen, kann eine Transplantation des Pankreas (der Bauchspeicheldrüse) oder eine kombinierte Nieren-Pankreas-Transplantation die Beschwerden der Erkrankung lindern [1,2].

Es gibt unterschiedliche Formen der Pankreastransplantation [3]:

  • Gleichzeitige Transplantation von Pankreas und Nieren
  • Pankreastransplantation nach bereits erfolgter Nierentransplantation
  • Alleinige Pankreastransplantation
  • Inselzelltransplantation (Dieses Verfahren befindet sich noch in der Erprobung.)

Die Auswahl der Art der Transplantation hängt vom individuellen Gesundheitszustand und der medizinischen Vorgeschichte des Erkrankten ab. Am häufigsten wird eine kombinierte Nieren-Pankreas-Transplantation durchgeführt. Beide Organe stammen dabei vom gleichen Spender.

1979 haben Ärzte des Münchner Klinikums Großhadern die erste Pankreastransplantation in Deutschland durchgeführt. In Deutschland werden pro Jahr etwa 150 Pankreastransplantationen vorgenommen, wobei es sich meist um eine kombinierte Transplantation von Pankreas und Niere handelt [3].

Etappen einer Organtransplantation

Unabhängig davon, um welches Organ es sich handelt - der Weg zum Leben mit einem Spenderorgan ist nahezu der Gleiche. Man kann sagen, dass alle Organempfänger vier Etappen durchlaufen:

1. Wartezeit: Besteht wegen einer schweren Erkrankung die Notwendigkeit für eine Transplantation, kann sich der Patient auf die so genannte „Warteliste" setzen lassen. Oft dauert es einige Monate bis Jahre, bis ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht.
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2. Operation: Dann folgt die Transplantation, also die Operation, in der dem Empfänger das Spenderorgan übertragen wird.
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spezielle Informationen zur Pankreastransplantation

3. Die ersten Monate: Nach der Transplantation ist zunächst eine intensive medizinische Betreuung notwendig. Das neue Organ muss seine Arbeit aufnehmen und soll auch langfristig gut funktionieren. Normalerweise würde es vom Abwehrsystem des Körpers als „fremdes" Gewebe erkannt und angegriffen werden. Obwohl hierbei andere Mechanismen zum Tragen kommen, ist das Prinzip vergleichbar mit der Unverträglichkeit zwischen verschiedenen Blutgruppen. Deshalb müssen ab der Transplantation lebenslang Medikamente eingenommen werden, die das Abwehrsystem regulieren (Immunsuppressiva). Nur so kann das Organ vom Körper angenommen werden und funktionieren. In den ersten Monaten nach der Transplantation muss sich der Patient noch sehr oft zu Untersuchungen in seinem Transplantationszentrum vorstellen. Dabei wird unter anderem die Dosis der Medikamente individuell auf den Patienten abgestimmt.
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4. Das neue Leben: Nachdem sich der Gesundheitszustand stabilisiert hat, kann das neue Leben genossen werden. Damit die Transplantation langfristig erfolgreich bleibt, sind jedoch weiterhin regelmäßige Nachuntersuchungen am Transplantationszentrum notwendig. Außerdem kann man als Patient viel dazu beitragen, dass das transplantierte Organ lange gut arbeitet, indem man einige Dinge beachtet. 
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Stand:
20.05.2014

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Krukemeyer MG, Lison AE: Transplantationsmedizin. De Gruyter Verlag, Berlin 2006
[2] Bechstein WO, Wullstein C et al.: Transplantation abdomineller Organe - was gibt es Neues? Unimed Verlag, Bremen 2005
[3] Deutsche Stiftung Organtransplantation (www.dso.de, zuletzt besucht am 14.11.2013)

 

 

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