Fieber messen: Fieber kann nach einer Nierentransplantation auf eine Infektion oder Abstoßung hinweisen.

Mögliche Komplikationen in den ersten Wochen

Nierentransplantationen verhelfen vielen schwerst nierenkranken Menschen zu einem Leben ohne Dialyse. Wenn keine sonstigen gesundheitlichen Probleme dagegen sprechen und eine Transplantation vom Nierenkranken gewünscht wird, dann ist eine Nierentransplantation die bevorzugte Therapie zur Behandlung einer chronischen Niereninsuffizienz. Trotz der positiven Bilanz dieser Therapiemöglichkeit kann eine Nierentransplantation auch zu Komplikationen führen:

Gelegentlich nimmt die neue Niere nach einer Transplantation nicht sofort ihre Arbeit auf („primäre Nichtfunktion"). Diese Komplikation kommt bei rund einem Viertel der Nierentransplantierten nach postmortaler Spende vor und bei etwa 5 % der Empfänger einer Nieren-Lebendspende. Die primäre Nichtfunktion ist meist vorübergehend bzw. behandelbar [1].

Ärzte erkennen Störungen der Nierenfunktion, indem sie die Urinausscheidung des Nierentransplantierten überwachen sowie den Serum-Kreatininwert bzw. die GFR (glomeruläre Filtrationsrate) bestimmen.

Die Gründe, warum ein Transplantat unzureichend bzw. gar nicht funktioniert, sind vielfältig. Das Organ kann beispielsweise durch eine zu lange Konservierungszeit oder die Einnahme nierenschädigender Medikamente beschädigt sein. Zudem können eine mangelhafte Durchblutung (Minderperfusion) des neuen Organs, Abstoßungsreaktionen gegen das Transplantat und Infektionen dazu führen, dass die Funktionsfähigkeit der transplantierten Niere beeinträchtigt wird. Je nach Ursache treffen die Ärzte unterschiedliche Maßnahmen, um das Problem zu beheben.

Nicht immer kann die neue Niere dadurch „gerettet" werden. Im ersten Jahr nach einer Nierentransplantation kommt es bei etwa 5 % der Patienten zu einem Transplantatversagen, d. h. die neue Niere funktioniert nicht ausreichend [1]. Dann wird wieder eine regelmäßige Dialysebehandlung notwendig.

Grundlagen zu Abstoßungsreaktionen und zur Infektionsgefahr werden in der Etappe „Die ersten Monate" erklärt.

Wie nach jeder Operation können in den ersten Tagen und Wochen auch Wundheilungsstörungen, Blutungen und Thrombosen auftreten. Diese kommen selten vor und sind behandelbar.

Komplikationen vorbeugen

Auch wenn die neue Niere zu arbeiten begonnen hat, ist es wichtig, regelmäßig die empfohlenen Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. Bei diesen Terminen kontrolliert der Arzt unter anderem, wie leistungsfähig die neue Niere ist.

Transplantierte können auch selbst dazu beitragen, möglichst früh auffällige Veränderungen zu bemerken, indem sie aufmerksam ihren Körper beobachten. Häufige Symptome einer Abstoßung sind u. a.:

  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Verringerte Urinausscheidung
  • Ödeme (Wasseransammlungen im Körper)
  • Gewichtszunahme
  • Erhöhter Blutdruck
  • Temperaturanstieg, Fieber
  • Schmerzen im Bereich der transplantierten Niere

Um wichtige Anzeichen einer Abstoßung langfristig im Blick zu behalten, ist es sinnvoll, zumindest in den ersten Wochen und Monaten nach der Transplantation täglich die Körpertemperatur, die Flüssigkeitsbilanz (Flüssigkeitsaufnahme und Urinmenge), das Gewicht sowie den Blutdruck zu messen und zu dokumentieren. Treten Probleme auf, kann der Arzt aus diesen Aufzeichnungen wichtige Schlüsse ziehen.

Stand:
20.05.2014

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
22.12.2010, 20.05.2014

Erstellt am:
10.11.2009

Quellen:
[1] AQUA-Institut: Nierentransplantation – Bundesauswertung zum Erfassungsjahr 2012. (http://www.sqg.de/downloads/Bundesauswertungen/2012/bu_Gesamt_NTX_2012.pdf, zuletzt besucht am 14.11.2013)
[2] Bechstein WO, Wullstein C: Transplantation abdomineller Organe - Was gibt es Neues? 1. Auflage, UNI-MED Verlag, Bremen, 2005
[3] Moore J et al.: Predicting early renal allograft function using clinical variables. Nephrol Dial Transplant 2007; 22: 2669-77.

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