Blaulicht: Selbst mit HU-Status müssen Patienten oft mehrere Monate auf eine Herztransplantation warten.
Aufgrund des Organmangels werden heute in Deutschland fast nur noch Herzinsuffiziente transplantiert, die auf der Warteliste als hochdringlich (HU) oder dringlich (U) gelistet sind.

Herztransplantation: Wartezeit und „High Urgency (HU)“

Voraussetzung für eine Herztransplantation ist, dass die medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz ausgereizt ist und chirurgische Eingriffe wie eine Herzklappen- oder Bypassoperation keinen Erfolg versprechen [1].

Die Kriterien, nach denen Herzen von verstorbenen Organspendern an potenzielle Empfänger verteilt werden, beinhalten (in absteigender Priorität) die [2,4]:

  • Identität der Blutgruppe,
  • Übereinstimmung von Größe und Gewicht von Spender und Empfänger (+/- 15 %),
  • Dringlichkeit,
  • Wartezeit und Konservierungszeit.

Informationen zu den Vergabekriterien

Aufgrund des Organmangels werden heute in Deutschland fast nur noch Herzinsuffiziente von der Hochdringlichkeits(HU = High Urgency)- oder Dringlichkeits(U = Urgency)-Liste transplantiert. Durchschnittlich stehen deutschlandweit ungefähr 40 bis 80 Patienten auf der höchsten Dringlichkeitsstufe. Herzinsuffiziente mit häufig vorkommenden Blutgruppen bei normaler Körpergröße haben daher kaum noch eine Chance auf eine Transplantation, sofern sie nicht HU-gelistet sind. Einige Transplantationszentren melden deshalb Patienten erst dann zur Transplantation an, wenn ein Hochdringlichkeitsstatus vorliegt [3].

Die Wartezeit kann im HU-Status bis zu mehreren Monaten dauern. Wenn Patienten während dieses Zeitraums zu versterben drohen, wird ihnen in der Regel ein Herzunterstützungssystem eingesetzt. Eigentlich als „Brücke zur Transplantation“ gedacht, wird das Herzunterstützungssystem infolge des Organmangels in vielen Fällen zu einer längerfristigen Behandlung [3]. Da es den Patienten nach dem Einsetzen des Herzunterstützungssystems wieder etwas besser geht, werden sie in der Regel nicht mehr HU-gelistet.

Stand:
15.07.2010

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Erstellt am:
15.07.2010

Quellen:
[1] Herold G: Innere Medizin, 2010
[2] Deutsche Stiftung Organtransplantation, www.dso.de (zuletzt besucht am 09.03.2010)
[3] Strüber M, Meyer AL, Malehsa D et al.: Situation der Herztransplantation und Weiterentwicklung von Kunstherzen. Dtsch Ärztebl Int 2009; 106(28–29): 471–7. www.aerzteblatt.de (zuletzt besucht am 10.03.2010)
[4] Medizinischer Beirat von „Transplantation verstehen“