Anatomische Zeichnung mit den Organen, die am häufigsten transplantiert werden
Die am häufigsten transplantierten Organe sind: Niere, Leber, Herz, Lunge, Pankreas (Bauchspeicheldrüse)

Postmortale Spende und Lebendspende

Man unterscheidet zwei Arten von Organtransplantationen: Stammt das Organ von einer lebenden Person, spricht man von einer Lebendspende. Die Spende eines bereits verstorbenen Spenders bezeichnen Mediziner als postmortale Spende. Je nachdem, ob es sich um eine Lebendspende oder eine postmortale Spende handelt, verläuft eine Transplantation unter anderen Voraussetzungen.

Die Lebendspende ist auf Organe begrenzt, deren Abgabe für den Spender gesundheitlich vertretbar ist. Dazu zählen insbesondere Nierenspenden (Transplantation einer Niere) sowie Spenden von Teilen der Leber. Zudem können in seltenen Fällen auch ein Teil der Lunge, der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und des Dünndarms von Lebenden gespendet werden. Die Lebendspende eines Organs ist in Deutschland an strenge gesetzliche Auflagen gebunden. Eine Spende durch eine lebende Person ist nur dann zulässig, wenn der Spender mit dem Empfänger verwandt ist oder ihm persönlich nahe steht. 

Eine postmortale Organspende erlaubt - anders als die Lebendspende - auch die Transplantation von Organen, deren Entnahme bei Lebenden zum Tode führen würde (z. B. das Herz). Die postmortale Organspende ist in Deutschland ebenfalls gesetzlich geregelt: Der Verstorbene muss vor seinem Ableben dokumentiert haben, dass er einer postmortalen Organentnahme zustimmt (z. B. in einem Organspendeausweis). Ist dies nicht der Fall, können Verwandte oder Angehörige nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen befragt werden. Kommen diese zu dem Schluss, dass eine Organspende im Sinne des Verstorbenen gewesen wäre, kann eine Entnahme von Organen ebenfalls stattfinden. 

Die entnommenen Organe werden an schwer kranke Patienten verteilt, die sich auf den Wartelisten der Transplantationszentren befinden.

Stand:
20.05.2014

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Bechstein WO, Wullstein C et al.: Transplantation abdomineller Organe - was gibt es Neues? Unimed Verlag, Bremen 2005
[2] Deutsche Stiftung Organtransplantation (www.dso.de/organspende-und-transplantation/postmortale-organspende.html, www.dso.de/organspende-und-transplantation/lebendspende.html,  zuletzt besucht am 08.11.2016)