Die Compliance ist gut wenn Medikamente regelmäßig eingenommen werden.

Medikamente nehmen - Therapietreue nach der Transplantation

Auch wenn die Transplantation nun schon einige Zeit zurückliegt und die gesundheitliche Situation stabil ist, darf die regelmäßige Einnahme der Medikamente nicht vernachlässigt werden. Sobald Transplantierte die immunsuppressiven Medikamente absetzen oder unregelmäßig einnehmen, beginnt das körpereigene Abwehrsystem, das „fremde" Organ anzugreifen und schrittweise zu zerstören.

Deshalb ist es sehr wichtig, sich an die vorgegebenen Einnahmezeiten und Dosierungen zu halten. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einer guten „Compliance“ oder „Adhärenz“. Die regelmäßige Einnahme der Immunsuppressiva bewirkt, dass die Medikamentenkonzentration im Blut innerhalb eines günstigen Niveaus bleibt und extreme Werte vermieden werden.

Um eine gute Compliance zu erreichen, gibt es verschiedene Hilfsmittel. Um den Überblick über die Einnahme der Medikamente zu behalten, kann eine Medikamenten-Schachtel sehr hilfreich sein. In diese kann man die Tages- oder Wochendosen im Voraus für die einzelnen Einnahmezeitpunkte einsortieren („Stellen“ der Medikamente). Dabei sollten die Tabletten oder Kapseln jedoch noch nicht aus dem Blister gelöst werden. Besser ist es, mit einer Schere die benötigte Anzahl an Tabletten oder Kapseln aus dem jeweiligen Streifen herauszuschneiden und in geschlossenem Zustand in die Medikamentenschachtel zu legen.

Um im Alltag keine Dosis zu vergessen und immer Medikamente parat zu haben, sind zudem folgende Tipps hilfreich:

  • Wecker bzw. Handy-Wecker stellen
  • Einnahmeplan aufhängen
  • Angehörige, Freunde und Kollegen in Einnahmezeiten einweihen
  • Reservepackungen zu Hause und z. B. im Büro aufbewahren
  • Reservedosen der Medikamente in häufig benutzten Jacken und Taschen deponieren


Werden von anderen Ärzten weitere Medikamente verschrieben, ist es wichtig, vor der Einnahme Rücksprache mit dem Transplantationszentrum zu halten. So können unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen ausgeschlossen werden.

Stand:
20.05.2014

Autor, Datum, Quellen

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Susanne Rödel

Aktualisiert am:
02.09.2010, 20.05.2014

Erstellt am:
19.08.2009

Quellen:
[1] Medizinischer Beirat von „Transplantation verstehen"