Die ersten Monate
Knapp vier Wochen war ich im Krankenhaus. Ich habe einen unglaublichen Bewegungsdrang, gehe viel spazieren. Knochenschmerzen, die ich unter Dialyse hatte, sind noch vorhanden - aber schon nach vier Wochen deutlich reduziert.
Es stellt sich zum Leidwesen meiner Waage ein ungeheurer Appetit ein, aber sechs Jahre Diät haben Spuren hinterlassen - vor allem im Kopf. Ich bin sehr viel mit mir selbst beschäftigt: Tabletteneinnahme, Protokolle über Trinkmengen und Ausscheidungsmengen führen, Gewicht kontrollieren, Blutdruck kontrollieren, anfangs alle zwei Tage in die Transplantationsambulanz, dann alle drei.
Ich fühle mich ein wenig an die Kette genommen, aber im positiven Sinne. Erst jetzt zu Hause wird mir die Abwesenheit von der Dialyse bewusst. Ich höre viel in meinen Körper hinein. Die vielen Anweisungen der Ärzte schwirren mir im Kopf. Die Situation ist neu, und selber kann ich die Stabilität der Situation nicht einschätzen - wie schnell kommt eine Abstoßung, wie merke ich das. Was darf ich und was nicht? Nach der langen Dialysezeit und der Immobilität gegen Ende der Dialyse ist das Zutrauen in den eigenen Körper nicht sehr groß. Mehr und mehr gewöhne ich mich an die neue Situation, gewinne wieder Zutrauen zu mir. Ich fange auch wieder an, Fahrrad zu fahren. An etwas mehr Sport, so wie vor der Dialyse, denke ich noch nicht.