Die ersten Monate
Am nächsten Tag verspürte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Hungergefühl. Davor wurde ich mein ganzes Leben lang über eine Magensonde ernährt. Die Schwester brachte mir ein Toastbrot, von dem ich die Hälfte aß. Meine Nierenwerte verbesserten sich von Tag zu Tag. Nach ca. fünf Tagen wurde ich auf die normale Station verlegt. Schon nach zwei Wochen durfte ich für zwei Tage nach Hause. Meine Freunde besuchten mich. Während der ganzen Zeit meines Klinikaufenthalts habe ich viele Briefe von meiner Klasse, Freunden und Bekannten bekommen, was mich sehr aufheiterte. Meine Mutter oder mein Vater waren immer bei mir. Auch meine Oma besuchte mich fast jeden Tag, obwohl sie eine Stunde mit dem Zug fahren musste.
Da es mir noch schwerfiel, Tabletten zu schlucken, bekam ich sie in flüssiger Form. Sie schmeckten scheußlich. Durch das Cortison wurden meine Backen ziemlich rund, was sich aber schnell wieder besserte, als die Dosis reduziert wurde. Ich musste mich daran gewöhnen, viel zu trinken. Vor meiner Transplantation habe ich maximal 200 ml am Tag getrunken. Jetzt sollten es mindestens 2,5 Liter sein. Nach insgesamt drei Wochen wurde ich aus der Klinik entlassen. Mir ging es gut und ich freute mich auf zuhause. Meine Nahrungssonde und den Tenckhoffkatheter behielt ich vorsorglich noch sechs Wochen. Doch ich benötigte sie nicht mehr. Zu dieser Zeit aß ich morgens und abends ein halbes Toastbrot. Das steigerte sich aber schnell.